Abschlußbericht zur AK U 10 und U 12

Meinen Bericht möchte ich mit einem Zitat aus dem Bericht auf der WEB des SV Muldenthal Wilkau-Haßlau beginnen, da vieles auch auf Uns und sicher auf weitere Teilnehmervereine zutrifft.

"Ich kann es kaum anders beschreiben – aber einige von uns, mich eingeschlossen, waren den Tränen

nah. Ein ganzes Jahr lang hatten wir uns auf die neue DVM gefreut. Ein ganzes Jahr lang hatten wir

hart dafür gearbeitet. Ich wage es gar nicht, all die Stunden zusammenzuzählen, die wir in den

letzten 12 Monaten für dieses eine große Ereignis aufgewendet haben. Gerade in dem Moment, da
wir mit einem 4:0 gegen SG Leipzig die Aussicht hatten, uns wieder an der Spitze zu etablieren; in

dem Moment, da wir mit anstehenden Spitzenkämpfen gegen Paderborn und Harksheide wieder alle

Chancen in der Hand hielten; in dem Moment, da die DVM spannender nicht hätte sein können ...

... wurde das Turnier einfach abgebrochen. ..."

Der Bericht beleuchtet auch noch einige andere Dinge hinsichtlich Fair Play, Traineransichten usw und ist somit sehr interessant zum lesen...

Der Abbruch der DVMs war die einzige und somit richtige Lösung, als bekannt wurde, dass aus unterschiedlichen Gründen eine große Zahl an Spielerinnen und Spielern erkrankte.
Der Ausrichter (SJ S-A + Schachzwerge Magdeburg) hatte im Vergleich zu 2012 diesmal 2 große Räume für die DVMs U 10 (50 Teams), U 14w (20) und U 14 gebucht und vorbereitet. Die Unterkunft war in der DJH und dem Hotel Maritim vorgesehen. Die DVM mit zusammen ca 400 Kindern und Jugendlichen + über 100 Trainern/Betreuern/Eltern wurde auch als Probelauf für die zu Pfingsten stattfindende Deutsche Einzelmeisterschaft gehandelt.

Unsere 3 Teams hatten Zimmer in der Jugendherberge, welche im 4. Stock nebeneinander lagen. Die Anreise und der Bezug der Zimmer, sowie die Besprechung der Betreuer und die Auslosung verliefen unspektakulär.
Am 27.12. begann das Turnier. Unser Trainer hatte die Mädchen eingeschworen und nach einem Auftaktsieg, gab es am Nachmittag ein Remis. Auch am 2. Tag gab es diese Ergebnisse und so fanden wir uns nach 4 Runden auf Platz 4 wieder, punktgleich mit dem Dritten und nur einen Punkt hinter einem führendem Duo.

Für unsere 2 U 10er begann das Turnier am 27.12. mit der Anreise und gleich 2 Runden. Alex hatte unsere Erste sehr gut vorbereitet und so wurden die Runden klar gewonnen. Unsere Zweite kämpfte tapfer und holte neben einer Niederlage ein Remis.
Am 2. Tag mussten wir leider ohne Alex auskommen, da er aus wichtigem Grund zurück nach Hamburg musste. Die Vor- und- Nachbereitung wurde von mir übernommen und Daniels Partien wurden von Holger angeschaut.
Nach einem Sieg ging die folgende Runde verloren und die 3. Tagesrunde ging 2:2 aus. TuRa II verlor leider alle 3 Runden.
Am 29.12.2013 gingen unsere Mädchen gegen den SK Langen an die Bretter und unsere U 10er I spielten gegen Dresden um den Anschluß an die Spitze. Allerdings war da schon sehr viel Unruhe im Hotel zu spüren. So richtig konnte ich mir erst keinen Reim daraus machen, da es keine Infos für Uns gab. Allerdings hatte ich etwas Sorge um 2 Kinder unserer U 10er, die sich den Magen verdorben hatten.

Nur "Bröckchenweise" drangen Details an mein Ohr. So erfuhren wir vom Trainer aus Rüdersdorf, dass es einen Virus- Verdacht gäbe und im Zimmer "Hamburg" ein Arzt sei. Dieser kümmere sich um Kinder die erkrankt seien. Die Runden bei den DVMs wurde frei gegeben, allerdings sah man schon einige Lücken bei der U 10 und den U 14ern... und da kam schon weitere Detail zur allgemeinen Unruhe. Dabei ging es darum, dass in der Nacht einige Kinder in das Krankenhaus eingeliefert wurden wegen Bauchschmerzen und Übelkeit. Auch sei der Notarzt öfters im Hotel und der DJH gewesen. Es stieg in mir eine Verwunderung und ich fragte mich wieso bis Rundenbeginn keine offiziellen Hinweise an die Betreuer weiter gegeben wurden. Bei Rundenbeginn der U 14 der erste offizielle Hinweis, dass es eine Reihe von Erkrankungen gab und man nun einige Vorsichtsmaßnahmen ergreife wie zum Bsp den Austausch des Trinkwasserbehälters mit Flaschen. Auch sollten Alle auf das Handreichen verzichten. Vom NOROVirus wurde da noch nicht gesprochen.
2 Stunden nach Rundenbeginn der U 14er gab es die erste Zusammenkunft mit den Trainern/Betreuern, allerdings nur der U 10. Nun endlich wurden wir aufgeklärt was eigentlich wirklich los ist und wie der Stand der Dinge ist !!! Dies allerdings im Zusammenhang mit dem weiteren Verlauf des U 10 Turniers.
Bei der Besprechung wurde uns gesagt, dass es einen Verdacht gäbe auf NORO, es aber nicht klar sei ! Genaueres würde der Amtsarzt sagen können der demnächst im Haus sei.
Auf der Grundlage dieser Unklarheit wurde nun die Frage zur Abstimmung gebracht ob man trotz einiger Krankheitsfälle die U 10 weiter spielen lassen solle. Für die Trainer war somit bei der Abstimmung nicht klar welche Tragweite die Erkrankungen haben und so sprach sich die Mehrheit für das Weiterspielen aus. Für mich war diese Zustimmung erklärbar, da auch bei vergangenen DVMs immer mal Kinder aus dem Weihnachtsstress kränkelnd zum Turnier kamen. Bei uns waren es 2011 ja sogar 4 Mädchen denen es nicht gut ging. Es wurde als Start 11.30 vereinbart und man wollte vorher jedoch noch die Aussagen des Amtsarztes abwarten. 11.30 Uhr wurden die Kinder und Erwachsene in den Spielsaal gebeten und der Amtsarzt beendete die DVM und forderte auf das Hotel und die DJH sofort zu verlassen. Er sprachs und der DSJ Verantwortlich J. Schulz drückte sein Bedauern aus und gab bekannt, dass es 14 Uhr die Siegerehrung geben solle, auf Hinweis änderte er die Zeit auf 13 Uhr. !!  Hiernach hätte ich mir gewünscht, dass die DSJ- Verantwortlichen unverzüglich alle MFs der U 14/14w versammelt und Denen dann gesagt hätten "Passt auf, so schauts aus und wir werden die DVM jetzt beenden... gibt es dazu Fragen?"
Dies passierte nicht! Vielmehr kam ich in den Turniersaal und erlebte mit wie den Leuten gesagt wurde, dass die Runde und die DVM beendet sind und man aus dem Hotel und der DJH abreisen solle.
Die Entscheidung die DVMs auf Rücksicht der Gesundheit aller TeilnehmerInnen und Erwachsenen zu beenden war natürlich richtig und wichtig! Die Art und Weise wie mit dem Problem jedoch umgegangen wurde, kann von mir nicht nachvollzogen werden.

Man bedenke, es gab in der Nacht davor schon Krankheitsfälle größerer Zahl in der DJH und im Hotel. Zudem kam der Notarzt öfter in das Hotel weil er gerufen wurde. Alles weit vor dem Beginn der Runden. Ich war auf Grund eines Versehens hinsichtlich der Startzeit der U 10er schon 8 Uhr im Hotel und bemerkte nicht, dass es in der Nacht Probleme gab. Alles lief wie Tage zuvor. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass die Verantwortlichen keine Infos über die gehäuften Erkrankungsfälle hatten.

Es war bei diesen DVMs eine Ausnahmesituation, wie sie nicht so oft vorkommt und man kann aus diesen traurigen Gegebenheiten auch neue Erkenntnisse gewinnen um es dann zukünftig besser zu machen als diesmal.

Der Ausrichter hatte sehr viel Arbeit in die Vorbereitung investiert und versucht gute Bedingungen zu schaffen, für ein so großes Event. Gegen eine "Krankheitswelle" waren aber auch sie Machtlos.
Dennoch glaube ich, ist es der falsche Weg an einen Ausrichter so viele DVMs gleichzeitig zu vergeben. Es zeigt sich immer wieder, dass gerade im Falle einer ansteckenden Krankheit die Auswirkungen bei derartigen Massenveranstaltungen besonders hoch sind. Bei kleineren Veranstaltungen ist es eher und schneller möglich Gegenmaßnahmen zielgerichtet einzusetzen, was diesmal nicht möglich war, weil einfach zu viel Leute informiert hätten werden müssen... allein ja 90 Mannschaftsführer !
Andererseits ist zum Bsp die DEM auch eine Großveranstaltung mit 1000 Leuten und man wird nun zurecht sagen, dass es da noch nie Probleme gab.... Das mag stimmen, ist aber kein Freibrief dafür, dass es nicht auch da dazu kommen kann. Weiter ist die Gefahr einer NORO- Infektion im Winter höher als zu Pfingsten.

Was die DJH und das Hotel Maritim anbetrifft, so haben diese beiden Einrichtungen den "Probelauf DEM" nur mit befriedigend  bestanden. Insbesondre in "Krisensituationen" zeigt es sich, ob man eine gute Wahl getroffen hat"
Obwohl die DJH Verantwortlichen und die Verantwortlichen des Hotels mitbekommen haben, dass es bei den Schachveranstaltungen zu einem NORO- Virenausbruch kam, blieben sie äußerlich unberührt und setzten ihren Gastbetrieb weiter fort, als wäre nix passiert. Dass sie damit auch ihre anderen Gäste und Neu Gäste in Gefahr brachten ebenfalls zu erkranken schien weniger relevant und wurde wahrscheinlich dem Umsatzdenken vor Sylvester untergeordnet...

Vielleicht sollte man sich das mit der DEM in Magdeburg nochmal überlegen?

Bleibt noch die Frage was aus der abgebrochenen DVM U 14w/14 wird. Hier gibt es Mitte Januar eventuell mehr Infos.
Unsere U 10 wurde nach 6 der 7 Runden guter Achter und Daniel bester Brett 1 Spieler. TuRa U 10 II landete auf Platz 46 von 50.

Eberhard Schabel
TuRa SCHACH