unser U 20w Team

Inken                                                                         Emily                                                           Hanna                                                          Anna-Blume

Abschlußbericht von Hanna

DVM u20w 2018 in Osnabrück – TuRa Harksheide

 

Die Deutschen Vereinsmeisterschaften zwischen Weihnachten und Neujahr waren ungefähr so lange ein Teil meiner festen Jahresplanung, wie ich Schach spiele. Und ungefähr so lange, wie ich Schach spiele, kenne ich auch den TuRa Harksheide und habe mich sehr über die Gelegenheit gefreut, als Gastspielerin für TuRa im letzten Jahr meiner Jugendschach-„Karriere“ noch einmal die Gelegenheit zu bekommen, in der u20w zu spielen.

 

Am Tag der Anreise machten Anna-Blume, Wolfgang und ich uns von Lübeck auf den Weg, um Emily abzuholen, bevor wir weiter in Richtung Osnabrück fuhren. Die Fahrt nutzten wir zum Quatschen und Einstellen auf das Turnier, und für mich war das natürlich auch eine gute Gelegenheit meine Mannschaft besser kennenzulernen. Osnabrück erreichten wir dann ohne weitere Zwischenfälle. Ich habe in dem Hotel schon zweimal eine DVM gespielt und war dementsprechend vertraut mit dem, was mich erwartete. Nachdem Inken per Zug zu uns gestoßen war, erkundeten wir kurz die Räumlichkeiten; die ersten 2 Tische waren im großen Raum zusammen mit der u20 aufgestellt, die hinteren Tische hatten ihren eigenen Raum bekommen. Ich empfand die Bedingungen in Osnabrück immer als sehr angenehm und dieser Eindruck sollte sich auch in diesem Jahr bewahrheiten. Gegen Abend zogen wir uns dann auf unser Zimmer zurück, um auf die Auslosung zu warten und uns auf das Turnier einzustellen...

Wir starteten von Startranglistenplatz 3 aus und gingen mit dem Ziel in das Turnier, den Platz mindestens zu halten, im Idealfall aber natürlich zu verbessern. Aber gleich am nächsten Morgen in der ersten Runde erwischten wir gegen den SC Bavaria Regensburg keinen guten Start. Emily kam gut aus der Eröffnung, verlor dann aber ärgerlicherweise nachdem sie am Königsflügel etwas zu ambitioniert agierte. Inken remisierte und Anna-Blume verlor den Kampf gegen ihre starke Zeitnot, trotz zeitweiser besserer Stellung. Nur ich hatte Glück und konnte meiner Gegnerin nach einigen kleinen Ungenauigkeiten ihrerseits einen Punkt abluchsen. 1,5:2,5 gegen uns lautete das Ergebnis. Zum Ärgern blieb uns gar keine Zeit, da die Nachmittagsrunde auf dem Fuß folgte und die Möglichkeit bot, den Vormittag wieder gut zu machen. Diesmal hieß der Gegner Meuselwitzer SV, und unser Plan war klar: Die 2 Mannschaftspunkte mussten her. Diesem Plan folgend konnten Inken und ich relativ schnell gewinnen. Anna-Blume kam leider wieder in Zeitnot und einigte sich mit ihrer Gegnerin wenige Züge später auf Remis. Emilys Gegnerin hatte eine Mehrfigur auf dem Brett, entschied sich aber zu Emis Überraschung dazu, lieber Remis zu bieten… 3:1 für uns und die ersten Punkte! 

Bevor wir nach diesem doch sehr aufregenden Tag (ich hatte total vergessen, wie anstrengend Doppelrunden sein können…) ins Bett konnten, folgte noch die Vorbereitung von Wolfgang. An dieser Stelle auch noch einmal ein ganz dickes DANKE an Dich!!! Ich war – natürlich im positiven Sinne – überrascht, wie viel Zeit und Leidenschaft du jeden Tag in die Vorbereitung gesteckt hast (auch, wenn wir dir sicher auch das ein oder andere „graue Haar“ mehr beschert haben 😉).

In der 3. Runde wurde uns SC Borussia Lichtenberg zugelost, der dem an 2 gesetzten SC Solingen in der vorherigen Runde zwei Mannschaftspunkte abgenommen hatten und gegen uns also nur „runtergelost“ wurden. Da ich den Verein als Alt-Berlinerin schon lange kenne, und mein Bruder tatsächlich genau dort vor 12(!) Jahren angefangen hat Schach zu spielen, kitzelte mich natürlich der Ehrgeiz noch ein bisschen mehr als sonst. Auch meine Gegnerin sah ich nicht zum ersten Mal, kam aber – wie auch die Male davor – nicht über ein Remis hinaus. Emily hatte einen kurzen Aussetzer in der Eröffnung, den ihre Gegnerin zu einem schnellen Sieg nutzen konnte. Anna-Blume remisierte ebenfalls, und Inken gewann in einem schönen Turm-Springer-Endspiel. 2:2 also, und so ganz zufrieden waren wir damit alle nicht. Ab jetzt war klar, dass wir uns nicht mehr viel leisten durften, wollten wir unser Ziel noch erreichen. Was ich im Verlauf des kompletten Turniers sehr schön fand war, dass die Motivation der Mannschaft nicht versiegte, eher noch größer wurde, obwohl es stellenweise nicht so lief, wie geplant. Man hat sich gegenseitig aufgebaut und mitgefiebert, wo es nur ging.

Das sollte auch in der vierten Runde gegen den an 4 gesetzten SV Lingen nötig sein. Inken gewann erneut souverän und brachte uns in Führung. Auch bei mir sah es lange sehr gut aus, bis ich mich irgendwie verhaspelte und die Partie in kürzester Zeit wegstellte. Unnötig zu erwähnen, dass ich daran ein wenig zu knabbern hatte… Dafür gelang es Emily endlich, ihren „Fluch“ zu brechen und ihre starke Gegnerin in einer sehr schönen Partie zu bezwingen. Und auch Anna-Blume konnte ihre erste Partie gewinnen. 3:1 für uns!! Meine Stimmung begann, sich wieder ein bisschen zu heben, und als Wolfgang uns Spielerinnen abends noch auf ein gemütliches Bierchen (oder Alsterwasser 😉) in der hoteleigenen Bar einlud, war die Partie schon fast wieder vergessen. Die Vorbereitung kam aber natürlich trotzdem nicht zu kurz, immerhin befanden wir uns inzwischen wieder auf Tabellenplatz 3 und hofften, diese Position zu verteidigen oder sogar auszubauen.

Der Gegner in der 5. Runde hieß Düsseldorfer SK. Emily gewann an Brett 1 souverän, Inken remisierte, und auch Anna-Blume einigte sich mit ihrer Gegnerin in einem Springerendspiel auf Remis. Bei einem Stand von 2:1 musste in meiner Partie mindestens ein Remis her, das ich mit einem Quäntchen Glück in einer etwas schlechteren Stellung dann nach langem Nervenkitzel auch erreichte. 2,5:1,5 für uns! Gleichzeitig wussten wir aber, dass wir jetzt wahrscheinlich gegen den SV Stuttgart-Wolfbusch spielen würden, die die Tabelle mit 2 Mannschaftspunkten Vorsprung anführten. Es war natürlich ein bisschen ärgerlich, dass dieses für uns extrem wichtige Spiel am Nachmittag stattfand, aber da mussten ja alle irgendwie durch.

Leider lief in dieser Runde einiges nicht so, wie es hätte laufen können… Emily spielte eine schöne Partie, ließ sich dann aber Matt setzen… Da wäre vielleicht mehr für uns drin gewesen. Dafür gewann Inken relativ schnell und brachte so den ersten Punkt auf unsere Seite. Ich spielte eine Stellung mit 2 Figuren gegen Turm und Bauer, nutzte aber einige Chancen nicht und verlor. Anna-Blume hatte zwischenzeitlich sehr viel Taktik auf dem Brett und die Partie hätte in beide Richtungen kippen können. Am Ende kippte sie dann leider zu den Gunsten ihrer Gegnerin… 1:3 für unsere Gegnerinnen. Wir waren ziemlich unzufrieden und hatten alle das Gefühl, dass das Ergebnis auch anders hätte aussehen können… Dafür hat sich Stuttgart-Wolfbusch vorzeitig den Meistertitel gesichert! Glückwunsch dafür!!

Vor der letzten Runde war Lingen mit 8 Mannschaftspunkten auf Rang 2, dahinter folgten 5 Mannschaften mit 7 Mannschaftspunkten, darunter auch wir auf Rang 4. Schön wäre gewesen, wenn wir in der letzten Runde den dritten Platz direkt mit Solingen, die auf Rang 3 lagen, ausspielen hätten können. Und obwohl wir alle die Daumen drückten als die Auslosung kam, sollten wir diese Chance nicht bekommen. Stattdessen spielten wir gegen die SG Trier und konnten den 3. Platz auch mit einem Gewinn nicht mehr aus eigener Kraft erreichen. Allerdings konnten wir natürlich noch darauf hoffen, dass eine andere Mannschaft stolperte, und so versuchten wir uns trotzdem auf die letzte Runde zu fokussieren und nicht allzu viel auf die anderen Tische zu schauen…

Das klappte auch ganz gut, und nach 2 Stunden stand es 3:0 für uns. Nur Emily spielte noch mit einem Bauern weniger, lehnte aber trotzdem das Remis-Angebot ihrer Gegnerin ab und schaffte es zu ihrer und auch unserer Überraschung doch noch, den vollen Punkt einzufahren! 4:0 also, aber würde es etwas helfen? Nun begann das leidige Warten auf die Ergebnisse und die Siegerehrung…

Schließlich wurden wir also 4. Ich glaube, wir alle haben uns zwischenzeitlich mehr erhofft, aber letztendlich ist der Platz natürlich fair. Deutscher Meister wurde der SV Stuttgart-Wolfbusch, Vizemeister der SV Lingen vor der SG Solingen. Glückwunsch!

Hervorzuheben ist natürlich auch Inkens Brettpreis mit sehr starken und keiner verlorenen Partie!

Ich werde dieses Turnier in guter Erinnerung behalten. Die Rahmenbedingungen haben mir gefallen, an der Ausrichtung habe ich nichts zu meckern (außer das teilweise Fehlen von stillem Wasser in den Räumen, aber das ist natürlich hohes Niveau 😉) Ich habe mich in der Mannschaft sehr wohl gefühlt, auch die Betreuung durch Wolfgang war klasse und die Atmosphäre war durchgehend sehr angenehm – ein sehr schöner Abschluss meiner „Jugendzeit“ beim Schach. Danke, dass ich die Möglichkeit erhalten habe, für TuRa zu spielen, und Danke an meine Teamkollegen und Wolfgang! Ich habe das Gefühl, nicht nur „schachlich“, sondern auch auf menschlicher Ebene sehr viel aus diesem Turnier mitgenommen zu haben. Hanna Greßmann